Das Geldsystem – Für Dummies

Was ist Geld? Ich bewege mich heute mal etwas abseits des normalen Pfades und begebe mich auf den Pfad meiner früheren Profession.
Das Geldsystem

Das Geldsystem - für Dummies

Angesichts der derzeitigen weltweiten Lage ist es vielleicht mal interessant zu verstehen wie unser Geldsystem funktioniert und warum es immer Leute und Gesellschaften gibt, die auch von Katastrophen profitieren.

Woher kommt unser Geld?

Geld ist nicht die physischen Mittel, die Scheine und Münzen. Die sind nur das Objekt, das wir in Händen halten.
Es ist die Werteinheit, die das Geld repräsentiert.

Also wie entsteht das Geld?

Eine gegebene Wert- oder Geldeinheit entsteht folgendermaßen:
Tatsächlich werden nur etwa 5% allen Geldes von Regierungen in Form von umlaufendem Bargeld erschaffen. Die übrigen 95% des Geldes werden von Geschäftsbanken erschaffen. Und zwar jedes Mal, wenn sie einen Kredit vergeben.
Wenn zB eine neue Hypothek begründet wird, kommt dieses Geld nicht aus einem Banktresor. Vielmehr wird das Geld durch die Kreditvergabe erschaffen. Die Bank stellt es dem Kreditnehmer als Bankkredit zur Verfügung und der Kreditnehmer verspricht diese Summe plus Zinsen in der Zukunft an die Bank zurückzuzahlen. Die neue Schuld wird bei einer Zentralbank dem Konto der Geschäftsbank gut geschrieben. Und diese darf jetzt neue Kredite, in Höhe eines Vielfachen dieses Darlehens vergeben. Gewöhnlich im Verhältnis von 10 bis 25 zu 1 der ursprünglichen Darlehenssumme. Je mehr Geld die Bank also verleiht, desto mehr Geld steht dieser Bank zur Verfügung, um es zu verleihen.

Wie kann das sein?

Weil in der modernen Welt Geld keine realen Werte repräsentiert. Geld repräsentiert Schulden.
Und je mehr Schulden geschaffen werden, desto mehr Geld gibt es. Es ist also sehr wichtig das die Bank dieses virtuelle Geld vom Kreditnehmer zurückerhält. Und zwar mit Zinsen. Geschieht dies nicht geht die Bank insolvent. Aber solange die Kredite zurückgezahlt werden kann die Bank immer weiter neues Geld in Form von Krediten erschaffen. So geht es immer weiter. Es wird immer neues Geld erschaffen, weil immer mehr Leute, Unternehmen, Staats- und Gebietskörperschaften Kredite aufnehmen.

Aber das System hat einen Schwachpunkt.

Banken verleihen nur den Kapitalbetrag! Zurückgezahlt werden muss er jedoch plus Zinsen. Und bei langfristigen Krediten wie Hypothekenkrediten übersteigen die Zinsen den Kapitalbetrag bei weitem.
wenn die Gesamtgeldmenge nicht ständig weiterwächst, wird nicht genug Geld da sein um alle Kapitalbeträge plus Zinsen zurückzuzahlen.
Deshalb ist Wachstum das Mantra der Finanzwirtschaft. Deshalb werden die Konsumenten immer mehr dazu gedrängt zu konsumieren. Und deshalb steigen die Preise beständig, weil neue Schulden die immer weiterwachsenden Zinsforderungen bedienen müssen.
Die für den Laien schokierendste Tatsache ist jedoch, dass die Rückzahlungen von Krediten Geld vernichtet. Wenn die meisten Kreditschulden zurückgezahlt würden, würde das der Finanzwirtschaft nicht nützen. Im Gegenteil, es würde sie lähmen. Keine Schulden hieße kein Geld!

Ein extremes Beispiel hierfür war die große Depression in den USA. Zwischen 1929 und 1932 verringerte sich die Gesamtgeldmenge in den USA um ca. ein Drittel. Da faule Kredite abgeschrieben wurde, gab es insgesamt eine viel geringere Geldmenge, um Zinsverbindlichkeiten zu bedienen. Das hat eine regelrechte Kaskade von Pleiten bewirkt. Siehe auch Bankenkrise 2008. Faule Kredite an eigentlich Nicht-Kreditwürdige Kunden sind geplatzt. Die Folgen sind bekannt und auch heute noch spürbar.
Die große Depression war kein Fall von Überschuldung, sondern von Unterschuldung.

Schuld ist der Motor der modernen Gesellschaft. Verschuldung muss ständig wachsen. Je höher die Schulden desto größer die Geldmenge und desto mehr wirtschaftliche Aktivitäten. Aber auch mehr Zinsen, welche bezahlt werden müssen, um das System am Laufen zu halten.
Das heißt, auch in Krisen-Situationen wie jetzt, zwingt uns die Wirtschaft größeres Wachstum anzustreben, was irgendwann unmöglich sein wird.

Unser jetziges Finanzsystem ist also gezwungen neue Möglichkeiten für die Erschaffung von Geld (Schulden) zu ersinnen, oder wird in naher Zukunft den Zusammenbruch der Weltwirtschaft zur Folge haben.  Dies bietet wiederum das Potenzial für Weltkonflikte und Massenhungersnöte. Vielleicht sogar das Ende der jetzigen Zivilisation.

Was also tun?

Beobachtet man gewisse Industriezweige und die Menschen, die diese vorantreiben, kommt man zu dem Schluss das es wohl einen Ort gibt an dem unendliches Wachstum möglich sein könnte.
Den Weltraum. Menschen wie Elon Musk betreiben die Forschungen nicht aus humanitärer und wissenschaftlicher Sicht. Sie haben erkannt das bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden müssen, den Motor der Weltwirtschaft am Laufen zu halten. Es erfolgt ja auch bereits.

Die kommerzielle Nutzung des Sonnensystems erlaubt es die menschliche Ökonomie, über die Erde hinaus, auszuweiten und das Problem der akkumulierten Schulden in unserem Wirtschaftssystem anzugehen indem man die Gesamtmenge an Rohstoffen und Energie steigert. Und das, ohne die CO2 Emissionen zu erhöhen und so eine Klimakatastrophe vielleicht sogar verhindert.

Wer also glaubt das Musk, ESA oder NASA den Mond, Mars oder da All für den Menschen als Spielplatz zu erforschen drängen, der befindet sich auf dem Holzweg. Der Weltraum Tourismus wird nur ein Nebeneffekt sein.
Sollte dies nicht gelingen, steh die Menschheit vor dem Kollaps. Denn unendliches Wachstum ist auf der Erde unmöglich.

Wäre es denn nicht möglich das Finanzsystem zu ändern?
Die wäre schwieriger zu bewerkstelligen als man glaubt. Zumal die Profiteure des jetzigen Systems ihre ganze Macht daransetzen würden das es sich nicht verändert. Kryptowährungen habe ihre eigentliche und erheblichen Energieprobleme. Dazu empfehle ich mal die Energieverbrauchsstatistiken solcher Kryptofarmen zu googlen.

R. Schmidbauer

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